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Cannabis kann abhängig machen – schleichender, als viele denken. Wenn du das Gefühl hast, dass der Konsum die Kontrolle übernimmt, oder du dir um jemanden Sorgen machst: Es gibt kostenlose, anonyme Hilfe. Sich zu melden ist kein Zeichen von Schwäche, sondern der erste Schritt.
Du konsumierst häufiger oder mehr als geplant · du kiffst, um Probleme oder Gefühle zu verdrängen · Schule, Job oder Freundschaften leiden · du hast schon versucht aufzuhören und es klappt nicht · ohne Konsum bist du unruhig, gereizt oder schläfst schlecht. Trifft mehreres zu, sprich mit einer Beratungsstelle – unverbindlich und anonym.
BZgA-Telefonberatung zur Suchtvorbeugung: 0221 89 20 31
Mo–Do 10–22 Uhr, Fr–So 10–18 Uhr (übliche Telefonkosten)
Sucht & Drogen Hotline: 01806 31 30 31
täglich 8–24 Uhr (20 Cent pro Anruf)
TelefonSeelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222
rund um die Uhr, kostenlos, anonym
Nummer gegen Kummer (für Kinder & Jugendliche): 116 111
Elterntelefon: 0800 111 0 550
drugcom.de – Infos, Selbsttests und Online-Beratung der BZgA
quit-the-shit.net – kostenloses Online-Ausstiegsprogramm speziell für Cannabis (BZgA)
cannabispraevention.de – Infoportal der BZgA für Jugendliche und junge Erwachsene
suchthilfeverzeichnis.de – Suchtberatungsstellen in deiner Nähe finden (DHS)
caritas.de/onlineberatung – kostenlose Online-Suchtberatung
In fast jeder Stadt gibt es Suchtberatungsstellen (Caritas, Diakonie, Drogenhilfe u. a.) – kostenlos, anonym und ohne Krankenschein. Adressen findest du über das Suchthilfeverzeichnis (siehe oben) oder telefonisch über die BZgA-Beratung.
Bei akuten medizinischen Notfällen – starke Kreislaufprobleme, Bewusstlosigkeit, akute Angst- oder Psychose-Symptome – zögere nicht: Notruf 112.
Klartext vorweg: Auch legal ist Cannabis nicht harmlos. Die Legalisierung regelt den Umgang – sie macht den Stoff nicht sicherer. Wer nicht konsumiert, trifft die gesündeste Wahl. Diese Seite fasst zusammen, was man wissen sollte, bevor man sich entscheidet.
Etwa jeder zehnte Konsument entwickelt eine Abhängigkeit – bei regelmäßigem Konsum und frühem Einstieg deutlich mehr. Typisch sind Entzugssymptome wie Unruhe, Reizbarkeit, Schlafstörungen und starkes Verlangen. Cannabis-Abhängigkeit ist einer der häufigsten Gründe für eine Suchtbehandlung in Deutschland.
Das Gehirn entwickelt sich bis etwa zum 25. Lebensjahr. Konsum in dieser Phase kann Konzentration, Gedächtnis und Lernleistung dauerhaft beeinträchtigen und das Risiko psychischer Erkrankungen deutlich erhöhen. Deshalb gilt: Für Minderjährige ist Cannabis komplett verboten – und auch unter 25 ist größte Zurückhaltung angebracht.
Cannabis kann Angstzustände, Panikattacken und depressive Verstimmungen auslösen oder verstärken. Bei entsprechender Veranlagung kann es Psychosen mitauslösen – das Risiko steigt mit hochpotenten Sorten (hoher THC-Gehalt) und häufigem Konsum. Wer psychische Vorerkrankungen hat oder solche in der Familie vorkommen, sollte ganz auf Cannabis verzichten.
Gerauchtes Cannabis belastet die Atemwege – in Kombination mit Tabak kommen dessen erhebliche Krebs- und Gefäßrisiken hinzu. Cannabis erhöht kurzfristig Puls und Blutdruck, was für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefährlich sein kann. Bei langjährigem intensivem Konsum kann ein chronisches Erbrechen-Syndrom (CHS) auftreten. In Schwangerschaft und Stillzeit ist Cannabis tabu.
Cannabis verlängert die Reaktionszeit und verzerrt die Wahrnehmung – oft länger, als der Rausch spürbar ist. Es gilt ein THC-Grenzwert von 3,5 Nanogramm im Blutserum; darüber drohen Bußgeld, Punkte und Fahrverbot, bei Ausfallerscheinungen die Fahrerlaubnis. Mischkonsum mit Alkohol am Steuer ist für Cannabiskonsumenten komplett verboten. Die sicherste Regel: Wer konsumiert, fährt nicht.
Cannabis verstärkt die Wirkung von Alkohol, Beruhigungs- und Schmerzmitteln unberechenbar. Der gleichzeitige Konsum mehrerer Substanzen ist eine der häufigsten Ursachen für Drogennotfälle.
Abgabe an Minderjährige ist strafbar. Konsum ist in Sichtweite von Schulen, Kitas, Spielplätzen und Sportstätten sowie in Fußgängerzonen tagsüber verboten (genau das zeigen die roten Zonen auf unserer Karte). Besitzmengen sind begrenzt. Verstöße können Geldbußen und Strafverfahren nach sich ziehen.
Wir raten vom Konsum ab. Wer sich trotzdem dafür entscheidet, sollte wenigstens die größten Risiken meiden: nicht unter 25, niemals täglich, kein Tabak-Mix, keine hochpotenten Sorten, nie am Steuer, nie in Schwangerschaft oder bei psychischen Vorerkrankungen – und ehrlich zu sich selbst bleiben, ob der Konsum noch eine freie Entscheidung ist. Falls nicht: Auf unserer Seite Suchtprävention & Hilfe stehen anonyme, kostenlose Anlaufstellen.
Quellen u. a.: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA/BIÖG), Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Diese Seite ersetzt keine medizinische Beratung.
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Stand: Juli 2026
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Was Cannabis mit Körper und Psyche machen kann – und warum wir vom Konsum eher abraten. →
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